Die Beweglichkeit der bm ist ein großes Plus

Andreas Blank betreut das Berufskolleg für Medienberufe als Dezernent der Bezirksregierung Köln seit der ersten Stunde. Der Experte für Berufskollegs weiß, worauf es in der beruflichen Ausbildung ankommt. Anlässlich des 10-jährigen Geburtstages blickt er auf die vergangenen Jahre zurück.

Andreas Blank lächelnd.


Herr Blank, das Berufskolleg für Medienberufe ist zehn Jahre alt. Wie haben sich die Anforderungen an Berufseinsteiger/innen in der Medienbranche in diesen zehn Jahren verändert?

A. Blank: Grundsätzlich kann man sagen, dass sich die Halbwertzeit des Wissens in der Medienbranche radikal verringert hat. Das, was wir heute an Kompetenzen erwerben, ist nach einer relativ kurzen Zeit nicht mehr State of the Art. Deshalb tritt die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen in den Vordergrund. Die Kompetenzorientierung ist gefragt und die Lernzielorientierung tritt in den Hintergrund.

‚Irgendwas mit Medien‘ ist ja schon sprichwörtlich geworden – leider im negativen Sinn. Was raten Sie jungen Menschen, die das dennoch als Berufswunsch äußern?

A. Blank: Mein Rat an junge Menschen: Bleiben Sie dran! Denn nur im gewünschten Beruf werden Sie Erfolg haben und langfristig glücklich werden. Dass man auf diesem Weg manchmal Umwege gehen muss, versteht sich von selbst. Mit Fleiß, Talent und Durchsetzungskraft werden Sie Ihren Traumberuf finden. Einen Fuß in die Tür bekommen Sie über Praktika und selbstverständlich über Ihre gute Leistung.

Nochmal zurück zu unserer Schule: Es gibt ja sehr viele Berufskollegs in Köln, und die meisten sind natürlich staatlich – wo sehen Sie uns als privaten Bildungsanbieter in dieser Schullandschaft, was ist unsere besondere Aufgabe Ihrer Meinung nach?

A. Blank: Die Beweglichkeit der bm ist ein großes Plus gegenüber staatlichen Schulen. Das überschaubare und flexible System mit einem Schulträger, der nur für diese eine Schule zuständig ist, ist das große Plus. Sie sind sozusagen das wendige Schnellboot im Getümmel. Die bm als Schulträger kann dadurch schneller Nischen besetzen und näher am internen Kunden, den Schülerinnen und Schülern, und am externen Kunden, den Betrieben sein. Gerade das zeichnet das Berufskolleg für Medienberufe ja auch aus! bm - bildung in medienberufen vermittelt junge Menschen durch seine guten Branchenkontakte an die Unternehmen.


Sie blicken auf eine lange Berufserfahrung als Lehrer, in der Schulleitung und als Dezernent zurück: Wie haben sich in Ihren Augen die Schüler/innen und die Unterrichtsmittel in dieser Zeit verändert, wie nehmen Sie die heutige Generation wahr?

A. Blank: Als ich den Beruf des Werbekaufmanns 1968 erlernt habe, wurde im gestalterischen Bereich noch Blindtext ausgeschnitten und aufgeklebt. So entstand damals ein Roh-Layout. Außerdem haben wir da noch mit einem Fernschreiber kommuniziert. Beim Sprung von der dialogen Welt in die digitale Welt hat sich jetzt vieles verändert. Ich beneide die heutige Generation um ihre globalen Möglichkeiten in einer digitalen Welt. Heute kommuniziert man anders und schneller, früher war alles viel lokaler ausgerichtet. Aber auch wir hatten gute Ideen und waren kreativ. Damals haben wir dafür Filzstift und Reißbrett verwendet, heute nimmt man eben das iPad.

Wie sähe Ihre ideale Schule aus – und was raten Sie uns, wie das Berufskolleg für Medienberufe diese werden kann?

A. Blank: Für mich ist die ideale Schule eine Schule ohne Fächer und Stundentaktung, in der Schülerinnen und Schüler in Lernsituationen an konkreten betrieblichen Aufgabenstellungen arbeiten. Die Lehrerinnen und Lehrer nehmen eine veränderte Rolle wahr: Sie agieren als Lernbegleiter und stehen den Schülerinnen und Schülern beratend zur Seite. Sie begleiten die Schülerinnen und Schülern bei der Lösung eines betrieblichen Problems und bringen so ihre Kompetenzen ein. Wie bm das umsetzen kann? Das Berufskolleg für Medienberufe ist auf einem guten Weg. Die Projektwochen sind hierfür das beste Beispiel: Lernsituationen werden vernetzt und weisen dann auch Bezüge zueinander auf. So löst sich der klassische Unterricht langsam auf und der Stundentakt verschwindet. Wenn man diese Art des Lernens immer mehr ausweitet, dann kommt man einer in meinen Augen idealen Schule immer näher.

Haben Sie zum Abschluss eine persönliche Botschaft an unsere Schüler/innen und Lehrer/innen?

A. Blank: Wenn Sie in der Medienbranche erfolgreich sein wollen, brauchen Sie Talent, Fleiß, einen langen Atem und die Fähigkeit im Team zu arbeiten. Ich rate Ihnen: Wenn Sie sich in Ihrer Berufsentscheidung sicher sind, bleiben Sie dran. Es lohnt sich! Sie erlernen einen spannenden Job.