Interview mit Bernd Rehme, Geschäftsführer der bm - bildung in medienberufen gmbh

Dipl. Ing. Bernd Rehme ist der Geschäftsführer der bm - bildung in medienberufen gmbh. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Berufskollegs für Medienberufe beantwortet er drei Fragen zum 'Leuchtturmprojekt' bm.

Berufskollegsgründer Bernd Rehme erzählt, wie alles begann...

Wie kamen Sie auf die Idee das Berufskolleg zu gründen?

Bernd Rehme: „Die bm wurde schon 1997 als ‚Leuchtturmprojekt‘ des Landes Nordrhein-Westfalen im Bischofsweg-Gebäude gegründet. Zu dem Zeitpunkt firmierten wir noch unter dem Dach der ‚Kölner Medienfabrik‘. Damals war ich als Dozent bei privaten Bildungsträgern tätig und hatte mein Büro im Bischofsweg. Hier gab es eine Werbe- und eine Onlineagentur, eine Druckerei, ein Stadtmagazin und weitere Medienunternehmen. Die Inhaber berichteten mir häufig, dass sie stets auf der Suche nach qualifiziertem Personal sind. Sie boten an, Schüler entsprechender Ausbildungsgänge zu unterstützen, indem sie bei ihnen praktische Erfahrungen sammeln konnten.

So kam ich auf die Idee, die bm - gesellschaft für bildung in medienberufen mbh zu gründen. Die hervorragende Zusammenarbeit mit den in der ‚Kölner Medienfabrik‘ ansässigen Unternehmen ließ uns rasch wachsen. Denn diese praxisnahe Ausbildung suchte ihresgleichen. Das Berufskolleg für Medienberufe entstand dann 2004 und startete mit zwei Klassen Gestaltungstechnischer Assistenten. 2007 erweiterten wir das Angebot um den Informationstechnischen Assistenten und komplettierten es 2012 mit dem Kaufmännischen Assistenten. Inzwischen haben wir uns deutschlandweit zu einem der größten privaten Bildungsträger in der Medienbranche entwickelt.“

Was ist aus der Zusammenarbeit in der ‚Kölner Mediafabrik‘ geworden?

Bernd Rehme: „Viele Unternehmen haben sich ja zur Zeit der sogenannten New Economy, der auf webbasierte Dienste ausgerichteten Wirtschaft, gegründet. Die sogenannte ‚Internetblase‘ ist dann allerdings geplatzt. Denn um die Jahrtausendwende ging es leider erstmal mit den meisten Medien-Start-ups bergab, die es nicht nur rund um Köln zahlreich gab. Die bm hat trotz dieser Entwicklung ihre nachhaltige Qualifizierung von Fachpersonal ausgebaut. Denn die Unternehmen benötigten weiterhin gut ausgebildete Medienprofis. In der ehemaligen ‚Kölner Medienfabrik‘ starteten wir damals mit zwei Klassen und insgesamt 30 Teilnehmern. Heute füllen unsere Teilnehmer in mehr als 30 Klassen unterschiedlichster Bildungsgänge das gesamte Gebäude am Bischofweg aus.“

Heißt das, dass die bm und das Berufskolleg für Medienberufe nicht mehr weiter wachsen können?

Bernd Rehme: „Alle unsere Bildungsgänge entwickeln sich stetig weiter. Damit reagieren wir auf die sich verändernden inhaltlichen und technischen Entwicklungen am Markt. Diesen tragen wir beispielsweise Rechnung indem wir 2014 erstmals den Bildungsgang zum ‚staatlich geprüften Kaufmännischen Assistenten‘ mit dem Schwerpunkt ‚Psychologie und Werbung‘ anbieten. Auch die akademische Bildung ist für uns ein wichtiges Thema: Wir bieten in Zusammenarbeit mit unserer Partnerhochschule HMKW Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft unterschiedliche duale Studiengänge im Medienbereich an. Als Mitbegründer der HMKW ist die Ausweitung des Studienprogramms für die bm sehr wertvoll. Daher sollen ab diesem Jahr an der HMKW auch die ersten Masterstudiengänge eingeführt werden.“

Das Interview führte Susanne Esch.