Lisa Krause und Christina Held machen IT-Berufe zur Frauensache

Jobs gibt es genug, doch sitzen da oftmals nur die Männer: IT-Fachfrauen sind rar. Am Berufskolleg für Medienberufe beweisen Christina Held und Lisa Krause, dass Programmieren nicht nur Männer-, sondern auch Frauensache ist.


Stellt euch doch bitte einmal vor. Wer seid ihr?

Christina Held: Ich bin Christina, bin 19 Jahre alt und komme aus Siegburg. Meine Ausbildung zur Informationstechnischen Assistentin habe ich im vergangenen Jahr am Berufskolleg für Medienberufe begonnen.

Lisa Krause: Mein Name ist Lisa, ich bin 24 Jahre alt und komme aus Erftstadt. Ich bin bereits Mutter eines 4-jährigen Sohnes und habe meine Ausbildung ebenfalls im letzten Jahr begonnen.

Warum habt ihr euch für den vermeintlichen „Männerberuf“ des Informationstechnischen Assistenten entschieden?

L. Krause: Computer haben mich schon immer begleitet. Als ich etwa sechs Jahre alt war, hatten wir unseren ersten PC zu Hause. Das hat mich natürlich geprägt. Seitdem hat sich viel getan. Aber da ich täglich mit dem PC zu tun habe, habe ich mich letztendlich für einen IT-Beruf entschieden.

C. Held: Bei mir war es ähnlich. Ich hatte auch früh einen PC und habe damit schon immer gerne Computerspiele gespielt. Nach und nach wollte ich aber auch wissen, wie ein PC, Webseiten oder auch PC-Games so funktionieren. Da ich mich in meiner Freizeit viel mit dem Computer beschäftigt habe, wusste ich, dass der Beruf des Informationstechnischen Assistenten die richtige Wahl ist.

Wie seid Ihr denn auf das Berufskolleg für Medienberufe aufmerksam geworden?

L. Krause: Bei mir war es das Internet. Nachdem ich dann den Tag der offenen Tür besucht habe, war ich komplett überzeugt. Was für mich als Mama ein großer Pluspunkt für die Ausbildungsentscheidung war, sind die Schulzeiten. Das Berufskolleg für Medienberufen war die einzige Schule, in der ich mein Fachabitur auch als Mutter machen kann.

C. Held: Ich bin auch über das Internet auf das Ausbildungsangebot des Berufskollegs gestoßen. Auf dem Gymnasium, das ich vorher ein Jahr lang besucht habe, habe ich schnell gemerkt, dass es nicht das Richtige für mich war. Also habe ich im Internet nach Ausbildungsmöglichkeiten zum ITA gesucht. Da die Ausbildung am Berufskolleg mit der Fachhochschulreife gekoppelt ist, habe ich mich nach dem Besuch beim Tag der offenen Tür für den ITA hier entschieden.

Wie gefällt euch die Ausbildung am Berufskolleg für Medienberufe?

C. Held: Mir gefällt die Ausbildung bisher sehr gut. Die Lehrer sind nett und das Lernumfeld ist angenehm. Anfangs hatte ich meinen Klassenkameraden gegenüber ein paar Vorurteile. Ich habe aber schnell gemerkt, dass alle echt nett und keine klischeehaften Computer-Nerds sind.

L. Krause: Die Ausbildung am Berufskolleg macht mir sehr viel Spaß und der Unterricht gefällt mir gut. Gerade Webseitenprogrammierung finde ich super. Dadurch, dass der Unterricht an nur vier Tage die Woche ist, lassen sich Beruf und Privatleben mit Kind super vereinbaren.

Was macht die Ausbildung zur Informationstechnischen Assistentin so spannend?

L. Krause: Es ist spannend, ein paar Zeilen in einen Editor einzugeben und zu sehen, was dann daraus entsteht. Etwas ändert sich – und das sofort. Ich sehe das Ergebnis direkt. Wenn ich mir heute eine Webseite ansehe, dann möchte ich sofort wissen, wie sie programmiert wird und wie alles funktioniert.

C. Held: Ich finde es total interessant, wie kleine Dinge etwas verändern können. Wenn ich an einem Skript nur eine Kleinigkeit abändere, dann sieht die Webseite schon wieder ganz anders aus.

Zwei lachende junge Frauen.

Wenn ihr es euch aussuchen könntet, wo und in welcher Position würdet ihr nach eurer Ausbildung gerne arbeiten?

C. Held: Ich weiß es noch nicht ganz genau. Ich bin ja noch am Anfang meiner Ausbildung. Aber am liebsten würde ich meinen Schwerpunkt auf Frontendentwicklung mit HTML legen. Was ich auch interessant fände, wäre Spieleprogrammierung. Aber das ist sicherlich ein längerer Weg bis dahin.

L. Krause: Bei mir geht es in Richtung Webseitenprogrammierung. Da kann ich kreativ und gestalterisch arbeiten. Aber auch beispielsweise Java finde ich spannend.

Könntet Ihr anderen Frauen, die sich auch für den Beruf des ITAs interessieren, Tipps geben?

C. Held: Frauen erlernen heute immer öfter sogenannte „Männerberufe“. Wenn man sich beispielsweise den Kfz-Bereich ansieht, merkt man, dass hier inzwischen viel mehr Frauen arbeiten. Man sollte sich einfach trauen und nicht darüber nachdenken, dass man vielleicht das einzige Mädchen sein könnte. Mir persönlich macht es nichts aus, mit so vielen Jungs in einer Klasse zu sein. Ich komme mit denen genauso gut zurecht, wie es mit Mädchen der Fall wäre.

L. Krause: Ich sehe das genauso. Man sollte sich trauen. Die Ausbildung macht viel Spaß und da macht es auch keinen Unterschied, ob man jetzt ein Mädchen oder Junge ist. Mädels müssen einfach ein bisschen Mut beweisen. Denn wenn man Lust auf den Beruf des ITA hat, dann sollte man es machen. Es lohnt sich!