„Wir haben unser Bildungsangebot ständig erweitert.“

Susanne Hinzen und Dr. Klaus-Dieter Schulz leiten das Berufskolleg für Medienberufe. Anlässlich des Jubiläums läßt die Schulleitung die Geschichte des Berufskollegs Revue passieren und gibt einen Ausblick auf Berufsaussichten und die Zukunft.

Im Gespräch mit der Schulleitung des Berufskollegs Dr. Klaus-Dieter Schulz und Susanne Hinzen

Frau Hinzen, Herr Dr. Schulz, wie ist die Idee zum Berufskolleg für Medienberufe vor über zehn Jahren entstanden?

K. Schulz: Die bm wurde ja schon 1998 gegründet, hier im Bischofsweg-Gebäude, das damals, zur Zeit der großen ‚Internetblase‘, noch ‚koelnermedienfabrik‘ hieß. Um die Jahrtausendwende ging es leider erstmal bergab mit den meisten Medien-Start-ups, die es nicht nur hier so zahlreich gab. Aber siehe da – die bm hat nicht nur überlebt, sondern wurde immer stärker und ist mittlerweile bekannt als größter Anbieter von Aus- und Weiterbildungen im Medienbereich in Köln und Umgebung.

S. Hinzen: In den ersten Jahren gab es bei der bm nur die Ausbildung zu Mediengestalterinnen/-gestaltern, die damals noch ‚Werbe- und Medienvorlagenhersteller/innen‘ hießen. Vor allem weil die Assistentinnen-/Assistentenausbildung doppelqualifizierend ist, also nicht nur zu einem Ausbildungsabschluss, sondern auch zum vollen Fachabitur führt, war es nur logisch, dass die bm den Schwung aufnimmt und 2003 mit der Planung eines Berufskollegs begann. Und im März 2004 war es tatsächlich soweit: Unser Berufskolleg ging an den Start – obwohl keiner von uns wissen konnte, ob das wirklich funktioniert, die staatlichen Regelungen und Qualitätssicherungen zu verbinden. Mit dem privaten Engagement und Enthusiasmus, den wir bieten, hat das von der ersten Minute an hervorragend geklappt. Immerhin besuchen heute fast 250 Auszubildende jeden Tag unser Berufskolleg.

Susanne Hinzen und Klaus-Dieter Schulz.

Welche Berufsaussichten haben die Absolventinnen und Absolventen nach ihrer Ausbildung?

S. Hinzen:  Drei Ausbildungsjahre im geschützten und geleiteten Raum des Berufskollegs und sich voll auf das Lernen und die persönliche Entwicklung konzentrieren zu können, ist eine großartige Chance. Wir sind glühende Anhänger der Assistentenausbildung! (Wenn sie nur einen anderen Namen hätte, ohne das ‚Assistieren‘) Wer diese drei Übergangsjahre nutzt und auch noch einen hochwertigen Schulabschluss mitnimmt, die volle FHR, hat beste Chancen, sein Können in einem Unternehmen gewinnbringend zu beweisen. Weniger spezialisiert als beispielsweise Mediengestalter/innen oder Fachinformatiker, dafür flexibler, crossmedialer, breiter in seinen Kompetenzen aufgestellt, was gerade in klein- und mittelständischen Betriebe dringend gebraucht wird.

Was sind Ihre liebsten Erinnerungen der letzten zehn Jahre?

K. Schulz: Das sind so viele. Aller Anfang ist besonders schön: Unsere ersten Klassen begrüßen zu können, die ersten Exkursionen und Klassenfahrten, die ersten großen Projektpräsentationen und Abschlussfeiern, das werden wir nie vergessen. Aber auch jedes Jahr aufs Neue: die glücklichen Gesichter bei der Zeugnisverleihung zu sehen, zu erleben, wie in nur drei Jahren aus Jugendlichen selbstbewusste Persönlichkeiten werden – Lehrer/in zu sein, ist für uns der schönste Beruf der Welt, und unser Berufskolleg ist ein wunderbarer Ort hierfür.

Was wünschen Sie sich für die nächsten zehn Jahre?

S. Hinzen: Erstmal, auch wenn es kitschig klingen mag, dass wir mit unseren Stärken und Schwächen, mit unseren wirklich liebenswerten Schüler/innen und Kolleginnen/Kollegen, weitermachen können wie bisher. Konkret, unseren Unterricht betreffend: mehr Freiräume für Angebote auch außerhalb der Lehrpläne, weniger Hinterherlaufen bei Unpünktlichkeit und Fehlzeit. Und überhaupt viel mehr Zeit, gemeinsam die Erfolge zu genießen, wenn sich Noten bessern und, wie gesagt, junge Menschen zu Persönlichkeiten werden.