Zwischenruf aus der Praxisphase: „Erfahrung, Erfahrung, Erfahrung!“

Markus Jaschke wird Mediengestalter Bild und Ton. Aktuell befindet er sich in seiner Praxisphase. Da er es abwechslungsreich mag, hat Markus Jaschke sich dazu entschieden, in zwei verschiedenen Unternehmen zu arbeiten. Eine Splittung der Praxisphase ist an der Berufsakademie für Medienberufe der bm keine Seltenheit: Unterschiedliche Unternehmen plus andere Technik plus neue Kollegen gleich mehr Kompetenz – kurz: ein Lebenslauf mit mehr Biss. Im Interview verrät er, warum doppelt besser hält.

14.03.2014 14:04
Ein Interview mit: Markus Jaschke

Herr Jaschke, 23 Monate Praxisphase klingen einerseits ziemlich lang und andererseits irgendwie abstrakt. Erzählen Sie doch mal ein bisschen von Ihrer Arbeit.

Momentan bin ich bei Schnittwerk als Cutter-Assistent. Wir betreuen hauptsächlich fiktive Fernsehprojekte in der Postproduktion. Darunter fallen Schnitt, Farbkorrektur und beispielsweise das Finishing. Unser stärkstes Zugpferd ist die Serie „SOKO Köln“, aber wir machen auch Produktvideos und Imagefilme, unter anderem für Henkel, oder Anwendungsvideos für verschiedene Hersteller von Pflegeprodukten.

Vorher war ich bei der Augenschein Filmproduktion. Das ist eine ganz andere Hausnummer als die Fernsehproduktion bei Schnittwerk. Normalerweise kümmert sich die Filmproduktion eher um Organisatorisches oder holt das Budget ein. Aber bei der Augenschein Filmproduktion ist das anders. Sie haben nämlich zwei eigene Schnittplätze eingerichtet, an denen ich auch arbeiten durfte. So hatte ich die Möglichkeit, bei zwei Projekten als Postproduktions- und Cutter-Assistent mitzuwirken. Das war schon eine sehr lehrreiche und spannende Sache.

Allgemein war meine Zeit bei Augenschein sehr vielseitig, da die Firma recht klein ist. Ich wurde in total vielen und unterschiedlichen Bereichen eingesetzt und konnte von überall wertvolle Erfahrungen mitnehmen: Von Cutter-Assistenz bis Netzwerkbetreuung war alles dabei.

Und wie kam es zur gesplitteten Praxisphase?

Ich möchte für die Zukunft einfach breiter aufgestellt sein. Eine zweite Firma vermittelt neue Eindrücke, hat andere Technik und andere Arbeitsweisen. Man lernt neue Leute kennen und knüpft wertvolle Kontakte für später. Bei der Augenschein Filmproduktion habe ich gemerkt, dass Schnitt das ist, was ich machen möchte. Daher habe ich mich für eine Stelle bei Schnittwerk beworben und wurde auch genommen.

Das System der bm hat mir dabei super in die Karten gespielt. Hier kann ich einfach sagen, dass ich meinen Interessensschwerpunkt gefunden hatte und deshalb noch in ein zweites Unternehmen wechseln wollte. In einer klassischen Ausbildung ist man ja an seinen Ausbildungsbetrieb gebunden, bei bm hingegen ist man – bei gleichem IHK-Abschluss – flexibler.

Also war die Entscheidung, bei der bm den Mediengestalter Bild und Ton zu machen für Sie richtig?

Definitiv. Ich wollte eine kreative Arbeit in der Medienbranche ergreifen, nur das Medium an sich war mir noch nicht ganz klar. Nach der Schule habe ich mich dann klassisch bei Unternehmen beworben. Aber da nur wenige Betriebe ausbilden, habe ich mich nach Alternativen umgeschaut. Das Bildungsangebot der bm als Privatschule hat mich angesprochen und so habe ich mich für Mediengestaltung Bild und Ton entschieden. Ein weiteres Plus ist der anerkannte Abschluss der Industrie- und Handelskammer, den ich bei bm erhalte. Denn ich will ja nicht „irgendeinen“ Abschluss, sondern etwas Handfestes und Vergleichbares.

Und wie konnten Sie die Unterrichtsinhalte im Unternehmen anwenden? Fühlten Sie sich gut vorbereitet?

Das Berufsbild des Mediengestalters Bild und Ton ist sehr komplex. An der bm wird im ersten Jahr viel Theorie gemacht und jeder Bereich einmal angeschnitten. Das ist für alle diejenigen gut, die sich noch nicht auf einen konkreten Bereich festlegen möchten. Ich selbst habe eine gute Grundausbildung bekommen. Im Nachhinein ärgere ich mich aber auch ein bisschen, dass ich nicht außerhalb der Schulzeit mehr experimentiert habe. Denn in der Praxisphase habe ich jetzt mit Technik zu tun, die ich während der Schulzeit nicht so intensiv ausprobiert habe, wie ich es gekonnt hätte. Jetzt finde ich manche Sachen aus dem Arbeitsalltag total spannend und hätte gern schon früher intensiver damit gearbeitet.

Daher mein Tipp an alle: Ausprobieren! Nutzt die Chance, die die Technik und die Dozenten an der bm euch bieten. Denn für später ist es schön, wenn man einige Fehler umgehen kann, weil man sie schon mal gemacht hat! Das A und O als angehender Mediengestalter ist Erfahrung, Erfahrung und nochmals Erfahrung!

Und wo soll die Reise anschließend hingehen?

Ach, das weiß ich noch nicht genau. Es gibt so viele interessante Bereiche bei Film und Fernsehen. Beim Film kann man kreativer sein und richtig mit dem Regisseur zusammen arbeiten. Bei Fernsehserien ist es da schon schematischer, aber auch wieder auf eine andere Art und Weise spannend. Ich denke, ich werde mich erst einmal in Richtung Postproduktion und Schnitt orientieren und dann mal sehen, in welchem Medienhafen ich letztendlich vor Anker gehe.

Das Interview führte Elisabeth Henning