Aus Leidenschaft zum Design

Ramona Thomes Motto: Arbeiten aus Leidenschaft zum Design. So entstehen die besten Webseiten, Kampagnen oder Corporate Designs. Und nur so konnte sich die Gestaltungstechnische Assistentin erfolgreich selbstständig machen. Nach ihrer Ausbildung am Berufskolleg für Medienberufe sammelte Ramona Thome zunächst einige Jahre Berufserfahrung in unterschiedlichen Agenturen. Mittlerweile hat sie den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Wie hat sie es geschafft, mit ihrem „Büro für Kreatives“ auf dem Markt Fuß zu fassen? Und wie meistert man diesen Weg? Ramona Thome gibt wertvolle Tipps.

09.07.2014 14:36
Ein Interview mit: Ramona Thome

Frau Thome, warum haben sie sich für die Selbstständigkeit entschlossen?

Nach diversen Praktika, meiner Ausbildung zur Gestaltungstechnischen Assistentin und nicht zuletzt sechs Jahren Agenturarbeit ist es mir gelungen, viele Erfahrungen zu sammeln und mich stetig weiterzuentwickeln. Im Jahr 2013 habe ich mich selbstständig gemacht. Ich hatte den Wunsch, frei und unabhängig zu arbeiten, um meine eigenen Konzepte und Ideen umsetzen zu können. Dabei ist mir der persönliche Kontakt zum Kunden besonders wichtig. Denn nur in enger Zusammenarbeit ist es möglich, individuelle Gestaltungskonzepte zu entwickeln.  

Welche Vorteile hat die Selbstständigkeit gegenüber einem Angestelltenverhältnis?

Ich kann flexibler und auch kreativer arbeiten und mir meine Zeit selber einteilen. Das bedeutet weniger Stress und ermöglicht mir eine gewisse Unabhängigkeit. Außerdem ist es mir seit meiner Selbstständigkeit eher möglich, mich fortzubilden. Ich lese leidenschaftlich gerne Designliteratur und -zeitschriften, besuche Messen und Kongresse oder nehme mir die Zeit für aktuelle Adobe Tutorials. Stetige Weiterbildung ist im kreativen Bereich unerlässlich. Zudem kann ich mir meine Kunden und Projekte selbst aussuchen und habe die Freiheit, Kunden für einen gewissen Zeitraum vor Ort zu unterstützen. Natürlich bedeutet die Selbstständigkeit für mich auch mehr Verantwortung. Das ist die Herausforderung, die ich gesucht habe.

Welche Dienstleistungen bieten Sie in Ihrem „Büro für Kreatives“ an?

Ich biete die gesamte Bandbreite von Print- über Grafik- bis hin zu Webdesign an. Hier kann ich viele Inhalte aus meiner Ausbildung zur Gestaltungstechnischen Assistentin anwenden. Von Logos und kompletten Corporate Designs bis hin zu Editorial Design versuche ich, alle Kundenwünsche möglich zu machen. Ich arbeite selbstständig für meine eigene Kunden, aber auch als Freelancer für Agenturen. Die Kunden erhalten bei mir sozusagen ein Rundum-sorglos-Paket.

Welche Ausbildungsinhalte helfen Ihnen heute in Ihrer Selbstständigkeit weiter?

Es ist schwierig, einen bestimmten Ausbildungsinhalt herauszupicken. Meiner Meinung nach ist es das ganze Konzept der bm, beziehungsweise der Ausbildung, das mir später im Job geholfen hat. Im praxisnahen Unterricht, den regelmäßigen Projektphasen, dem achtwöchigen Praktikum und den breitgefächerten Lehrinhalten habe ich alle relevanten Medien-Bereiche kennengelernt. Erfahrene Dozenten und Spezialisten vom Fach haben alle wichtigen Medieninhalte gelehrt: von Print- über Onlinemedien bis hin zu audiovisuellen Medien war alles dabei. Aber nichtsdestotrotz ist schon während der Ausbildung stets ein hohes Maß an Eigeninitiative notwendig, um beruflich erfolgreich zu werden!

Warum haben Sie sich für die GTA-Ausbildung am Berufskolleg für Medienberufe entschieden?

Ich hatte schon immer großes Interesse an Kunst, Grafik und Design. So lange ich denken kann, war ich immer schon kreativ. So wollte ich mein Hobby zum Beruf machen. Daher habe ich 2001 mein Schulpraktikum in einer Druckerei gemacht. Danach stand fest, dass ich mal in der Medienbranche arbeiten möchte. Eigentlich war es mein Ziel, nach meinem Abitur eine Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print zu machen. Nach erfolglosen Bewerbungen, war ich über die Einladung zum Vorstellungsgespräch an der bm sehr glücklich. Nach dem bestandenem Eignungstest stand der Entschluss fest: Ich mache meine Ausbildung zur GTA an der bm.

Was haben Sie nach Ihrem Abschluss und vor Ihrer Selbstständigkeit gemacht?

Nach meiner Ausbildung habe ich zunächst mehrere Jahre Agenturerfahrung gesammelt. Im Laufe der Zeit wurden die Projekte komplexer und die Arbeit selbstständiger. Anfangs arbeitete ich als Mediengestalterin, später dann als Art Directorin. Nach und nach gehörten auch Kundentermine und Angebote zu meinem Berufsalltag. Nachdem ich die Möglichkeit bekam, für eine Agentur in Augsburg über ein Homeoffice eigenverantwortlich weiterzuarbeiten, bin ich Ende 2012 dann von Bayern nach Rheinland-Pfalz gezogen. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, was es bedeutet „alleine“ zu arbeiten. So entstand der Entschluss, mich selbstständig zu machen.

Was können Sie anderen GTAs raten, die ebenfalls den Schritt in die Selbstständigkeit wagen möchten?

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass es kein einfaches Business ist. Ich finde es ist unerlässlich, zunächst Erfahrungen im Berufsalltag zu sammeln. Dort erlangt man Kenntnisse, die sehr wichtig für die Selbstständigkeit sind: Von der Teamarbeit über das Entwickeln kreativer Konzepte bis hin zum Kundenkontakt und dem Gefühl für Angebot, Nachfrage und Preisstrukturierungen. Zudem fördert der Austausch im Team die Kreativität. Dabei entstehen Ideen, die ohne Gesprächsaustausch vielleicht nie zustande gekommen wären. Ohne dieses Wissen und die gesammelten Erfahrungen hätte ich den Schritt in die Selbstständigkeit nicht gewagt. Auch diverse Literatur und spezielle Kurse, beispielsweise zur Existenzgründung oder Buchhaltung, helfen beim Start. Im kreativen Bereich ist ein gutes Portfolio, welches dem Kunden die Qualität der Arbeit zeigt, sehr wertvoll. In meinen Augen ist es jedoch am Wichtigsten, dass man seiner Arbeit mit Leidenschaft nachgeht. Ich denke, wenn der Kunde das bemerkt, steht dem Erfolg und guten Ergebnissen nichts mehr im Weg.

Was wünschen Sie sich für Ihre berufliche Zukunft?

Vor allem wünsche ich mir Freude bei der Arbeit und viele zufriedene Kunden. Schön wäre es, wenn mein Kundenstamm nach und nach wächst und sich meine bisherigen Auftraggeber weiter festigen. Ein Auftrag im Bereich Food Packaging Design, in Verbindung mit einer kompletten Corporate Identity für ein Geschäft oder Restaurant wären super. Ein Traum wäre es, wenn ich für meine Arbeit irgendwann einmal einen Design-Award erhalten würde. Ein vielleicht naheliegenderes Ziel ist es, Angestellte zu haben. Denn die Arbeit im Team hat mir immer sehr viel Spaß gemacht. Zudem möchte ich mein Wissen gerne mal weitergeben und könnte mir vorstellen irgendwann selber junge Menschen auszubilden.

Mehr über „THOMEDESIGN - Büro für Kreatives“ erfahren Sie hier.

Das Interview führte Stefanie Neumann