Gestaltungstechnischer Assistent auf den Spuren der großen Filmemacher

„Mit Freude an der Arbeit kann man viel erreichen“: Ein Motto nach dem Kevin Michael Kohl lebt. So entstehen tolle Animation-, Image-, Werbe-, Dokumentar- und Spielfilme. Angefangen hat alles mit einer Ausbildung zum Gestaltungstechnischen Assistent am Berufskolleg für Medienberufe an der bm - bildung in medienberufen.

26.01.2017 15:04
Ein Interview mit: Kevin Michael Kohl

Herr Kohl, Sie haben bei der bm die Ausbildung zum Gestaltungstechnischen Assistenten am Berufskolleg für Medienberufe gemacht. Warum haben Sie sich dafür entschieden?

Das Berufskolleg für Medienberufe der bm - bildung in medienberufen hat mich von Anfang an durch seine Vielseitigkeit überzeugt. Die Ausbildung zum Gestaltungstechnischen Assistenten beinhaltet alles, was ich mir für meinen beruflichen Weg gewünscht habe – inhaltlich und technisch. Neben der Arbeit am PC und Mac – inklusive aller relevanten Programme – stand uns auch umfangreiches TV-Equipment zur Verfügung. Ich habe mich damals bewusst für eine gestalterische Ausbildung und gegen ein Studium entschieden. So konnte ich Theorie und Praxis miteinander verknüpfen und von der Vielfalt der Ausbildung von der audiovisuellen Kommunikation bis hin zu Digital- und Printmedien profitieren. Das erlangte Wissen hat mir in meiner beruflichen Laufbahn erheblich weitergeholfen.

Heute arbeiten Sie erfolgreich in der Filmproduktion. Wie war Ihr beruflicher Werdegang?

Bereits während meiner Ausbildungszeit habe ich mich mit einem Dienstleistungsunternehmen im Bereich der Film- und Fernsehproduktion selbstständig gemacht. Nach meinem Abschluss als Gestaltungstechnischer Assistent war ich als Filmeditor, Motion Designer und Visual Effects Artist bei einer Vielzahl von Film- und Fernsehproduktionen beteiligt. Seit 2010 arbeite ich in einer Filmproduktionsfirma in Aachen, in der ich bereits nach kurzer Zeit die Leitung der Postproduktion übernahm. Zudem bin ich in viele internationale Film- und Fernsehproduktionen, wie dem mehrfach ausgezeichneten Kurzfilm „Real Buddy“ oder dem achtfach preisgekrönten Dokumentarfilm „Snow Wars - Schneekrieg in den Rocky Mountains“ involviert. 2017 wird für mich das Jahr der Veränderung. Ich werde andere Wege einschlagen und mich neu orientieren, um mich weiterzuentwickeln und größere Ziele in Angriff zu nehmen. Dabei lege ich den Fokus auf Dokumentar- Kino- und Werbefilmproduktionen. So werde ich in den verschiedensten Bereichen der Filmproduktion tätig sein und weltweit große Projekte begleiten. Das nächste große Projekt steht auch schon vor der Tür. So bietet sich mir die Möglichkeit, bei einer amerikanischen Produktion mit namenhaften Schauspielern mitzuwirken, welche 2017 produziert und 2018 in unseren Kinos zu sehen sein wird. Ein weiteres Projekt, eine fünfteilige Dokumentarfilm-Reihe, wird mich dieses Jahr in die schönsten und geheimnisvollsten Länder der Welt bringen.

Was war Ihre interessanteste Produktion?

Mein interessantester und abenteuerlichster Job war die Beteiligung bei der Arte Primetime Dokumentation „Der Weg der Weisheit – Auf Pilgerpfaden durch Japan“. Für die Produktion war ich mehrere Monate in Japan, denn wir begleiteten eine japanische Priesterin, die einen Pilgerweg beschritt. Für mich war die gesamte Produktion eine wahre Bereicherung: von der Kultur und den Menschen bis hin zum exotischen Essen. Aber auch nach der spannenden Reise wurde ich vor Herausforderungen gestellt: Denn der Schnitt des Rohmaterials im Originalton war etwas ganz neues und spannendes für mich, da ich der japanischen Sprache natürlich nicht mächtig bin.

Sie haben den Video-Workshop der Ferienakademie betreut. Wie war es für Sie, an Ihre alte Ausbildungsstätte zurückzukehren?

Für mich als „Ehemaliger“ war es eine sehr tolle Erfahrung wieder zurückzukehren. Es war schön gemeinsam mit den Nachwuchstalenten von morgen zusammenzuarbeiten und ihnen mein Wissen zu vermitteln. Man muss mit der Zeit gehen und den rasanten Fortschritt der Soft- und Hardwareentwicklung verfolgen und umsetzen. Genau das macht die bm. Selbst in den Ferienworkshops integriert die bm die aktuellen Trends.

Was empfehlen Sie dem Mediennachwuchs von morgen?

Aus meiner Erfahrung: Die Filmproduktion birgt so viele facettenreiche Aufgaben- und Arbeitsgebiete, daher empfehle ich eine Ausbildung zu machen, die sehr themenübergreifend ausgerichtet ist. Denn es steckt viel mehr hinter den Kulissen und den gesamten Arbeitsabläufen der Filmbranche. Viele Produktionen werden nicht nur im Fernsehen oder Kino ausgestrahlt, sie laufen gleichzeitig auf vielen Onlineportalen per Stream. Auch Kunden wollen ihre Filme oft auf Websites einbinden. Daher sind Programmiersprachen von Vorteil. Aber auch die Gestaltung ist wichtig. Während meiner Arbeit erstelle ich beispielsweise Konzepte, gestalte Marketingbroschüren oder fertige Poster an. Der Job ist vielfältig, das habe ich bereits in meiner Ausbildung zum Gestaltungstechnischen Assistenten gelernt. Das Wichtigste ist jedoch, dass ihr Spaß habt! Wenn man mit Freude dabei ist, kann man sehr viel erreichen.

Mehr über die spannenden Projekte von Kevin Michael Kohl erfahren Sie hier.

Das Interview führte Stefanie Neumann