Daniel Thiele will lebenslang lernen: „Man muss flexibel und anpassungsfähig bleiben“

Daniel Thiele ist ehrgeizig, wissbegierig und hat keine Angst vor Herausforderungen. Der Berliner hat mit seinen 27 Jahren schon eine Menge erreicht: Eine Ausbildung zum Zeitungsdrucker, über fünf Jahre Berufserfahrung und eine gesplittete Fortbildung zum Industriemeister Printmedien, die er teils in Potsdam und teils in Köln absolvierte. Nach Umzug und Jobwechsel arbeitet er seit 2013 als Assistent der Druckhausleitung bei der Mittelrhein-Verlag GmbH in Koblenz. Doch für ihn ist hier noch lange nicht Schluss…

14.10.2014 09:59
Ein Interview mit: Daniel Thiele

Herr Thiele, erzählen Sie uns ein bisschen über Ihre bisherige berufliche Laufbahn.

Begonnen habe ich mit einer Ausbildung zum Drucker. Hierbei war das erste Jahr ein Berufsgrundbildungsjahr, welches ich ausschließlich in der betriebszugeordneten Berufsschule im Bereich Bogendruck absolviert habe. Ab dem zweiten Lehrjahr stieg ich dann in den Zeitungsdruck ein. Im Anschluss an die Ausbildung war ich fünf Jahre lang im Bogendruck tätig.

Nach vier Jahren habe ich dann die Teilzeit-Fortbildung zum Industriemeister Printmedien angefangen. Ich fand es immer sehr spannend, andere Abteilungen kennenzulernen und mich mit Themen wie Weiterverarbeitung und Druckvorstufe auseinanderzusetzen. Nach Abschluss der Basisqualifikation entschied ich mich zum Wechsel meines Arbeitsgebers. Ausschlaggebend hierfür war für mich die Möglichkeit, die Abläufe in einem kleinen Unternehmen - im Gegensatz zum Industriebetrieb - kennenzulernen und zu verstehen. Nach circa einem halben Jahr entschied ich mich dann für die Vollzeitweiterbildung in Köln.

Das klingt sehr abwechslungsreich. Warum haben Sie sich für eine Fortbildung zum Industriemeister Printmedien entschieden?

Der Beruf des Druckers ist interessante und abwechslungsreiche, jedoch ließ sich die Schichtarbeit für mich oft nicht mit einem geregeltem Privat- und Familienleben vereinbaren. Zudem stand für mich auch die berufliche Weiterentwicklung im Vordergrund. Ich habe immer gerne an der Maschine gedruckt und habe auch heute noch meine Freude daran. Mit der Weiterbildung zum Industriemeister wollte ich jedoch die Möglichkeit haben, mehr Verantwortung innerhalb eines Unternehmens übernehmen zu können.

Warum haben Sie sich als Berliner für die Fortbildung in Köln entschieden?

Meine Basisqualifikation absolvierte ich bei einem Bildungsträger in Berlin. Nach Abschluss dieser Qualifikation wurde der Kurs dann aufgrund zu geringer Teilnehmerzahlen nicht weitergeführt. So stand ich vor der schweren Entscheidung, auf mehr Kursteilnehmer zu warten und somit lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen, oder meinen sicheren Job zu kündigen und mich nach passenden Alternativen umzuschauen.

Bei meiner Recherche bin ich dann auf die bm gestoßen. Ich fand das Angebot interessant und nahm Kontakt mit dem Schulleiter der Berufsakademie Jochen Overwien auf. Er hat mich sofort bei allen organisatorischen Angelegenheiten sehr intensiv unterstützt. Ich habe mich von ihm von Anfang an gut betreut gefühlt. Also entschied ich mich für die Vollzeit-Fortbildung in Köln. Sicherlich war es keine leichte Entscheidung, aus dem geregelten Berufsleben auszusteigen und noch einmal die Schulbank zu drücken, aber für mich war es genau die Richtige.

Wie haben Sie die Vollzeit-Fortbildung im Hinblick auf Kursklima, Inhalte und Aus- beziehungsweise Belastung empfunden?

Wir waren eine tolle Klasse – klein aber fein. Insgesamt waren wir zu sechst. Wir hatten dadurch einen sehr intensiven Unterricht und konnten die Inhalte schnell und gut aufnehmen. Besonders belastend fand ich die Vollzeit-Fortbildung nicht. Die somit noch vorhandene Zeit konnte ich sehr gut dazu nutzen, mich mit den interessanten Themen intensiver zu beschäftigen. Außerdem habe ich meine vorübergehende Heimat Köln näher kennengelernt. Es ist meiner Meinung nach eine der schönsten Städte Deutschlands.

Welchen Bereich der Fortbildung bei bm fanden Sie für Ihre weitere Laufbahn am interessantesten?

Projektmanagement und Personalmanagement waren schon immer sehr interessante Bereiche für mich. Im aktuellen Job habe ich damit allerdings noch nicht viel zu tun. Dennoch habe ich eine Menge interessante Aspekte kennengelernt.

… noch nicht?

Ja, Schlagwort: Lebenslanges Lernen. Zurzeit setze ich mich mit der Möglichkeit eines berufsbegleitenden Studiums auseinander. Aufbauend auf den Industriemeister interessiert mich hier besonders der MBA-Abschluss. Auf jeden Fall möchte ich mich nun auf betriebswirtschaftlicher Ebene weiterentwickeln, um später vielleicht in eine Führungsposition aufzusteigen.

Berufserfahrung ist heutzutage sehr wichtig. Ich denke, dass auch für die Unternehmen die ausgebildeten Fachkräfte in Führungspositionen immer wichtiger werden. Daher halte ich für mich den Weg von einer praktischen Ausbildung, über eine berufsspezifische Weiterbildung, hin zu einem eventuell darauf aufbauendem Studium für absolut richtig.

Wow, Sie sind also noch lange nicht fertig. Was wäre Ihr absolutes berufliches Traumziel?

Ich denke, dass unsere Branche in den letzten Jahren so immense Wandel durchlebt hat und auch noch durchleben wird, dass es schwer zu sagen ist wie der persönliche Werdegang sich darin widerspiegeln wird. Wichtig ist jedoch, flexibel und anpassungsfähig zu bleiben.

Wenn ich wirklich einmal träumen darf, dann wäre der Schritt in die Selbstständigkeit vielleicht eine Option, der ich irgendwann einmal folgen könnte.

Das Interview führte Elisabeth Henning