Jahrgangsbeste Medienfachwirtin

Martina Hoffmann, Jahrgangsbeste Medienfachwirtin 2010. Heute tätig als Junior-Mediaberaterin für DIE ZEIT, Hamburg.Frau Hoffmann schloss 2010 ihre Ausbildung zur Medienfachwirtin mit Auszeichnung der IHK als Jahrgangsbeste ab. Wir erhielten vor Kurzem die Gelegenheit ihr einige Fragen zu ihrer Ausbildung und ihrer darauffolgenden Karriere zu stellen.

09.11.2012 15:14
Ein Interview mit: Martina Hoffmann

Sehr geehrte Frau Hoffmann, stellen Sie sich doch kurz vor.

Ich heiße Martina Hoffmann, bin 30 Jahre alt und gebürtige Kölnerin. Nach dem Abitur habe ich beim Deutschen Ärzte-Verlag in Köln eine Berufsausbildung zur Verlagskauffrau absolviert. Der Verlagsbranche bin ich bis heute treu geblieben. An der Weiterbildung zur Medienfachwirtin habe ich von 2008-2010 teilgenommen. Inzwischen lebe und arbeite ich in Hamburg.

Wie haben Sie Ihren Weg zur bm – bildung in medienberufen gefunden? Was war für Ihre Entscheidung, an der Weiterbildung teilzunehmen und Ihre Medienfachwirt-Prüfung abzulegen, ausschlaggebend?

Für mich war nach der Ausbildung klar, dass ich gern etwas Berufsbegleitendes machen würde, um parallel Berufserfahrung zu sammeln. Schon damals bin ich auf die bm – bildung in medienberufen aufmerksam geworden.

Dass ich zunächst nur eine befristete Anstellung hatte, stand einer längeren Maßnahme jedoch im Wege. Einige Jahre später bin ich dann wieder auf das Bildungsangebot der bm zurückgekommen.

Ich habe nach dem Abitur nicht studiert, stand nach der Ausbildung fest im Berufsleben, wusste aber: Da geht noch mehr! Mir war wichtig, mich bezogen auf meinen Beruf fortzubilden und weiter zu qualifizieren. Außerdem habe ich nach einer Maßnahme gesucht, die mir neben kaufmännischen Kenntnissen auch Fachwissen in verwandten Bereichen wie Mediengestaltung und -produktion vermittelt. Mit dem Medienfachwirt habe ich diese Kombination gefunden.

Welche Qualifikationen konnten Sie bereits vor Ausbildungsbeginn nachweisen?

Durch die Ausbildung zur Verlagskauffrau hatte ich zum einen Berufserfahrung im Bereich Printmedien, vorwiegend Fachzeitschriften. Zum anderen hatte ich durch den Berufsschulunterricht sowohl betriebswirtschaftliche Vorkenntnisse als auch theoretische Kenntnisse im Bereich Druckproduktion, z.B. Druckverfahren.

War Ihre Wahl der Weiterbildung aus Ihrer heutigen Perspektive richtig? Welche Tipps würden Sie unseren Lesern dazu geben wollen?

Aus heutiger Perspektive kann ich sagen, die Entscheidung für die Weiterbildung war richtig. Ich konnte bestehende Kenntnisse vertiefen, habe viel Neues kennengelernt und viele Fachkenntnisse dazugewonnen, die mir im Berufsalltag nutzen. Außerdem konnte ich Kontakte in der Medienbranche knüpfen, die bis heute Bestand haben.

Vermisst habe ich während der Weiterbildung das Thema „Marketing“. Das kam leider etwas zu kurz, wurde inzwischen meines Wissens nach aber stärker in die Lehrpläne integriert. Definitiv eine wichtige Ergänzung.

Aus eigener Erfahrung bei der Jobsuche muss ich aber leider auch sagen, dass ich ein wenig enttäuscht darüber war, dass in so wenigen Stellenanzeigen aus der Medienbranche tatsächlich „Medienfachwirte“ gesucht wurden. Wenn man genauer hinschaut, erkennt man jedoch in vielen Anforderungsprofilen die Kenntnisse wieder, die man während der Weiterbildung erworben hat. Man darf sich also nicht entmutigen lassen!

Sie haben die Ausbildung zur Medienfachwirtin mit Auszeichnung als Beste im IHK-Kammerbezirk Köln bestanden. Gab es dazu eine spezielle Auszeichnung und hat Ihnen insbesondere dieses Prädikat bei Ihrer weiteren Karriere weiter geholfen?

Auf die Auszeichnung bin ich wirklich stolz. Die harte Arbeit hat sich letztendlich ausgezahlt. Die IHK Köln hat zu Ehren der „Besten“ zu einer besonderen Veranstaltung eingeladen, in deren Rahmen den Jahrgangsbesten eine Urkunde überreicht wurde. Eine gelungene Feier!

Bei meiner weiteren Karriere hat die Auszeichnung sicher auch positiv gewirkt. So eine „Ehrenurkunde“ der IHK macht sich gut im Lebenslauf und wurde z.B. von meinem damaligen Arbeitgeber und auch bei Vorstellungsgesprächen anerkennend bewertet.

Was würden Sie an der Ausbildung in unserem Haus hervorheben, was hat Ihnen auf Ihrer weiteren Laufbahn besonders weitergeholfen?

Mir hat besonders die Kombination aus Theorie (bei der Weiterbildung) und Praxis (im Berufsalltag) gefallen. So konnte ich Gelerntes direkt anwenden bzw. umsetzen.

Außerdem möchte ich den Dozenten ein Lob aussprechen. Natürlich gibt es auch hier immer Höhen und Tiefen sowie mal mehr oder weniger Sympathie – was aber normal ist wenn verschiedenste Menschen aufeinandertreffen. Ich habe bei der bm viele gute Dozenten getroffen, die mich motiviert und unterstützt haben und einen tollen Job machen.

Ich wurde noch einmal darin bestätigt, dass man mit viel harter Arbeit Dinge schaffen kann, an die man anfänglich selbst nicht wirklich geglaubt hat. Das ist auch für’s Berufsleben eine wichtige Erfahrung. Niemals aufgeben!

Was machen Sie heutzutage? War die Qualifikation für Ihren heutigen Aufgabenbereich ebenfalls hilfsreich?

Heute arbeite ich als Junior-Mediaberaterin für DIE ZEIT in Hamburg. Hier bin ich für den Public&Health Sector des ZEIT Stellenmarktes zuständig und berate eigenverantwortlich Kunden und Agenturen im Hinblick auf Ihre Print-/ Online-Stellenanzeigen.

Die Qualifikation war für meinen heutigen Aufgabenbereich durchaus hilfreich. In meinem Beruf bilde ich die Schnittstelle zwischen den Bereichen Mediaverkauf, Kunden und Druckproduktion. Hier kann ich die Bedürfnisse jedes einzelnen Bereichs nun viel besser nachvollziehen, technische Anforderungen besser verstehen und vor allem die Kunden fundierter beraten. Auch im Rahmen von Projektarbeit habe ich durch die Weiterbildung wertvolle Kenntnisse gewonnen, die mir im Berufsalltag nutzen.

Würden Sie die Weiterbildung zum/zur Medienfachwirt/in anderen Medienschaffenden empfehlen? Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, um die Weiterbildung ähnlich erfolgreich abschließen zu können?

Aus heutiger Sicht würde ich die Weiterbildung vor allem Medienschaffenden empfehlen, die bereits fundierte Vorkenntnisse als Mediengestalter oder Drucker haben. Hier liegen große Schwerpunkte und ich habe festgestellt, dass ich als Verlagskauffrau doch eher zu den „Exoten“ in meinem Kurs gehörte. Der überwiegende Teil meiner Kommilitonen setzte sich aus gelernten Mediengestaltern und Druckern zusammen – da mitzuhalten war nicht immer leicht.

Man muss sich unbedingt darüber klar sein, dass gewisse Grundkenntnisse, die Mediengestalter und Drucker im Rahmen Ihrer Berufsausbildung erwerben, im Verlauf der Weiterbildung zum Medienfachwirt vorausgesetzt werden. Wer diese Kenntnisse nicht hat, muss sich teils komplexe Sachverhalte und Inhalte selbst erarbeiten. Man sollte deshalb viel Engagement und Durchhaltevermögen mitbringen.